Die Beziehung zwischen
dem persönlichen und
dem unpersönlichen Gott.


1. Der persönliche Auslöser.
2. Die Erlebnisqualität des Priesters im Ritual.
3. Die innere Empfindung steuert die Aussenwirkung.
4. Die körperliche Entsprechung bei religiösen Erfahrungen.
5. Verschiedene Ansätze der Beziehung zum Göttlichen.


1. Der persönliche Auslöser.

Am heutigen Tag (23. April 1999) konnte ich das Problem lösen,
was ist die Beziehung zu dem persönlichen und dem
unpersönlichen Gott.

Rein intellektuell war mir schon lange klar, dass es zwischen
diesen beiden Aspekten keinen Unterschied gibt.

Dazu kam der Hinweis, dass die Art der Beziehung immer eine
interne Abmachung mit Gott selber ist.
Also sollen sich bitte alle Vermittler und Priester aus diesem
Verständigungsvorgang heraushalten.

Auslöser für all diese Erkenntnisse war ein Ausschnitt eines
Filmes über Pater Pio. Dieser Priester wurde darin gezeigt, wie er
die Messe zelebrierte.

Das war das erste Mal, dass ich erleben konnte, wie im Zelebrieren
dieses Rituals tatsächlich etwas Substantielles vorhanden war.
Im weiteren Verlauf meiner Meditation wurde mir klar, dass es
die Qualität des Priesters war, die es ermöglicht, dass die
Teilnehmer an der Messe auch erleben, ob es zu einer
Verwandlung der Materie kommt.



2. Die Erlebnisqualität des Priesters im Ritual.

Pater Pio hatte in der Intensität seines Erlebens auch mit
seiner körperlichen Ausdrucksweise deutlich machen können,
dass er in Kontakt mit sehr intensiven Lichtenergie stand.
Das war für mich sichtbar, erlebbar und verständlich.

Mir wurde klar, dass der Vermittler in einem religiösen Ritual
sich vornehmlich auf sein eigenes Erleben und Empfinden
zentrieren muss, soll die Qualität des Rituals wirklich echt sein.

Ich kann das aus der Zeit, als ich als Meditations-Lehrer aktiv war,
nachempfinden. Nachdem ich etwa 100 Leute in die Meditation
eingeweiht hatte, begann die Zeremonie der Einweihung eine
neue Qualität zu bekommen. Ich sang die Zeremonie leiser, mehr für
mich innerlich nacherlebbar, und ich war nicht mehr ausgerichtet auf
die Aussenwirkung dieser Zeremonie, also ob die neuen Meditierenden
dazu irgendeine Haltung hatten.



3. Innere Empfindung steuert die Aussenwirkung.

So wurde mir auch klar, dass es bei den zentralen religiösen und
spirituellen Erfahrungen nicht um Aussenwirkung,
sondern um innere Empfindung geht.
Nur eine wirklich echte innere Empfindung kann auch
auf einen anderen Teilnehmer echt und authentisch wirken.

Aber diesen Vorgang kann man weder steuern, noch manipulieren.
Aber all jene, die nicht fähig sind,
intensive Innen-Erfahrungen zu haben,
werden versuchen, das Zelebrieren religiöser Zeremonien
und Übungen zu kaschieren und
auf möglichst grosse Aussenwirkung zu setzen.

Dadurch geht aber die Erfahrung und die Glaubwürdigkeit verloren.
Solch ein Auftritt mag kurzfristige Sensationen auslösen, und auch
kurzfristige Wirkungen auf die Zuschauer oder Teilnehmer haben,
eine tiefergehende religiöse Erfahrung werden sie nicht auslösen können,
weil der Leiter selber keine tiefergehenden Erfahrungen hat und
empfinden kann.



4. Die körperliche Entsprechung bei religiösen Erfahrungen.

Meine nächste Erfahrung war der Bereich der unteren Wirbelsäule,
und sobald ich mich diesem Bereich widmete,
entspannte er sich und mir wurde klar,
dass es ein Schaltpunkt in unserem Organismus ist.

In der medizinischen Fachsprache heisst er nicht umsonst Sakrum,
und ist tatsächlich mit dem Sakrileg,
dem Heiligen im Leben, verbunden.

Nur ist dann auch die Frage, ob jemand mental und emotional
mit dem Heiligen, dem Sakrileg, verbunden ist.

Solange jemand diese Zusammenhänge weder erkennt,
noch wahrhaben will, wird das Sakrum,
dieses Energiezentrum, nicht aktiviert sein,
und keine weiteren, höheren Erkenntnisse werden möglich sein.

Die Bilder über Pater Pio konnten mir helfen,
diese Zusammenhänge als echt und wirklich zu akzeptieren,
um dadurch dann auch meine körperliche Entsprechung umzugestalten.

Und in dem Moment, wo das geschah,
wurde mir auch der Bezug zwischen den beiden Aspekten des Göttlichen klar.



5. Verschiedene Ansätze der Beziehung zum Göttlichen.

Das Christentum ist sehr stark auf die persönliche Begegnung und
Auseinandersetzung mit dem persönlichen Gott ausgerichtet.

Aber die asiatischen und vorder-asiatischen Religionen wie Buddhismus,
Hinduismus und die Sufis, sowie andere Kulturen
und spirituelle Traditionen wie die Indianer
oder die Ureinwohner Australiens, haben sich (auch)
eine Beziehung zum unpersönliche Aspekt des Göttlichen erhalten.

Nun kann ein feuriger, missionarischer Priester die Ansätze
anderer Religionen und Kulturen weder verstehen,
wertschätzen noch gelten lassen, und so sind im Verlauf
der letzten Jahrhunderte gerade durch die gewalttätigen Eroberungen
die gemeinsame Grundlagen immer mehr in den Hintergrund getreten,
und die trennenden Unterschiede wurde bis zum gegenseitigen Vernichten immer unüberwindlicher.

Auch und gerade die christlichen Konfessionen haben in diesem
Zusammenhang wenig zu bieten,
um glaubhaft Konflikte und Dissonanzen zu beseitigen.

Vielmehr scheint es so, dass die Gräben und Missverständnisse
immer tiefer und unverständlicher werden.
Gerade die Religionskriege scheinen nicht gerade
die gegenseitige Toleranz zu fördern.

Das ineressante ist aber,
dass es eine berechtigte Auseinandersetzung mit
dem unpersönlichen Apekt Gottes gibt,
der auch berauschend, erhaben und göttlich ist.

Gerade Künstler und Naturliebhaber empfinden und erleben diesen
Aspekt als Teil und Antriebskaft ihrer Begeisterung und Kreativität.

Will jetzt jemand von aussen in diesen Prozess der Reifung
und Auseinandersetzung eingreifen und behaupten,
NUR die Anbetung des einen, christlichen Gottes,
sei die einzige erlaubte und stimmige Form
der religiösen Erfahrung und Auseinandersetzung,
kann die eigene Wahrnehmung eben für die
unpersönlichen Aspekte Gottes verloren gehen
oder in den Hintergrund gedrängt werden.

Dabei ist es meine persönliche Erfahrung,
dass viele materiell verhaftete Menschen